7 Fragen von etextera an Stephan Heinrich

Was könnte man an der Kommunikationsbranche ändern?

Wann ist Content aus Ihrer Sicht erfolgreich?

Wie macht sich die Digitalisierung in Ihrem Berufsumfeld bemerkbar?

 

Antworten auf diese Fragen finden Sie im Interview mit Stephan Heirich.


1. Wenn Sie etwas an der Kommunikationsbranche ändern könnten, was wäre das?
Es nervt mich, wenn ein Unternehmen Leute nur dafür einstellt, um Dinge zu kommunizieren, die es dann in Wirklichkeit gar nicht tut. Viele Leute aus der gleichen Branche wissen das ebenfalls, nur werden sie dafür bezahlt, die Öffentlichkeit vom Gegenteil zu überzeugen. Wie viel dieser Kommunikation macht wirklich Sinn? Da wünsche ich mir mehr Verantwortungsübernahme. Auch mal auf einen Auftrag verzichten, wenn man genau weiss, dass die Wahrheit komplett anders aussieht.

 

2. Wann ist Content aus Ihrer Sicht erfolgreich?
Leider gehen die Leute oft Blendern auf den Leim. Nachhaltiger Erfolg stellt sich nach meiner Beobachtung nur ein, wenn die inneren Werte des Unternehmens zur Kommunikation passen. Sonst wirkt das unehrlich und klebrig. Der Content muss ganz einfach echte Bedürfnisse der Leute befriedigen und nicht künstliche schaffen. Das Warum ist wichtig. Viel wichtiger, als nur das Was in den Markt zu pressen.

 

3. Wie macht sich die Digitalisierung in Ihrem Berufsumfeld bemerkbar?
Wir unterstützen unsere Kunden beim Einstieg in die Digitalisierung, so dass sie es danach selbst können. Es stehen immer mehr Daten in Echtzeit zur Verfügung; daher sind neue Prozesse möglich, die friktionsfrei und in Hochgeschwindigkeit ablaufen. Das verändert Geschäftsmodelle und Branchen. Wir liefern die Tools, damit die Kunden dies beherrschen. Und wir bereiten die Führung und die Menschen darauf vor, damit das Verhalten und die Unternehmenskultur dazu passen.

 

4. Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Einen positiven Unterschied im Leben eines Menschen gemacht zu haben. So dass er sagt: «Ja, die Begegnung hat mir geholfen, dieses und jenes auf meinem Weg zu finden und zu verwirklichen.» Ich bewundere Menschen, die den Mut mitbringen von der «sicheren Seite» Abschied zu nehmen und etwas zu wagen. Auf dem Weg zum Richtigen Entscheidungen zu treffen, die sich als falsch herausstellen könnten.

 

5. Welches war Ihr grösster beruflicher Fehler und welche Lehre haben Sie daraus gezogen?
Als ich in die Berufswelt eingestiegen bin, habe ich viel zu viel an Prozesse und Zahlen geglaubt. Ich habe gedacht, das müsste so sein, da alle danach gehandelt haben. Mein heutiger Befund ist, dass es vor allem um Menschen geht, die im Idealfall freiwillig etwas leisten. Das zu pushen, macht viel mehr Sinn, als sich in der Technologieecke festzufräsen.

 

6. Dachten Sie früher, dass Sie einmal das tun werden, was Sie heute tun?
Ja und Nein. Mir war schon immer wichtig zu verstehen, was Menschsein eigentlich ausmacht. Da lag Betriebswirtschaft aber nicht wirklich nahe, das habe ich dem Vater zuliebe gemacht. Trotzdem bin ich zu dem gekommen, was mich wirklich interessiert. Paradoxerweise habe ich das Gefühl, dass diese Gedanken heute besonders in der Wirtschaft sehr gefragt sind. Die alte Welt funktioniert nicht mehr, die neue ist noch nicht überall greifbar. Dies erzeugt Unsicherheit, und die Leute brauchen Orientierung, insbesondere in den Soft Skills.

 

7. Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern?
Sich Umgebungen suchen, in denen Wachstum stattfindet und die Lernkurve steil ist. Das tun, woran das Herz hängt. Die äussere Form und der wirtschaftliche Erfolg stellen sich automatisch ein, wenn man wirklich etwas bewegen will. Wir schauen uns z.B. genau an, wie lernbereit jemand ist und welche Fähigkeit zur Selbstreflektion er mitbringt. Fachwissen kommt tatsächlich an zweiter Stelle.

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